Die Digitalisierung krallt sich auch das Logo.

2nd Sep, 2015

Die digitale Ausrichtung spiegelt sich immer häufiger auch direkt im Design wieder – bei Gruner + Jahr war jetzt das Logo dran.

Dass digital first kein simples Firmenmotto mehr ist, ist klar. Mantra, Credo und Hauptpfeiler in allen Branchen – die Digitalisierung steht an erster Stelle, denn ohne Webseite geht schon lange nichts mehr – und ohne Responsive, App und Social Media jetzt auch nicht mehr.

Und so kommt Gruner + Jahr jetzt mit einem neuen Logo daher – und räumt optisch auf. Das Ziel dahinter: die Print- und Digitalkompetenz in einem Logo vereinen. Das Ergebnis heißt: G+J e|MS.

Komprimiert soll es die crossmedialen Konpetenzen der Marketingorganisation in Print, Online und Mobile visuell stärker nach vorn bringen. In vielen Agenturen wird die crossmediale Ausrichtung seit Jahren gelebt, die Digitalisierung und der Fokus auf Web und Mobile ist längst Alltag, aber kommuniziert wird es nicht. Doch klar sollte genau das auch optisch präsentiert werden. So wird das sperrige Doppellogo von Gruner + Jahr vom kompakten Design verdrängt und statt Blau gibt es jetzt Grün und Grau als Farbwelt im Logo.

Müssen wir im Zuge der Digitalisierung nun alle Logos erneuern?

Diese Frage kann man sich stellen. Muss man aber nicht. Google hat es getan und nun serifenlose und deutlich intensivere sechs Buchstaben an die Stelle von dem zuvor „schrulligen“ und verschnörkelten Logo gesetzt.

Mit den serifenlosen, einfach gehaltenen und farblich deutlich intensiveren Buchstaben erinnert es stark an ebay – und die Stimmen im Netz reichen von „konfirmistischer Einheitsbrei“ bis hin zu Attributen wie „simplifiziert, seelenlos und beliebig“. Kritiker behaupten, Ebay und Yahoo hätten es sich nicht besser ausdenken können, sie bemängeln die Austauschbarkeit – und die Glaubwürdigkeit an ein unkonventionelles Unternehmen, als welches sich Google selbst sieht, wird mit dem neuen Logo in Mitleidenschaft gezogen. Rein technisch gesehen wird von Designern jedoch das hochprofessionelle und erkennbare System des Logos gelobt – man spricht sogar von der Architektur des Logos. Die beiden Google-Mitarbeiter Tamar Yehoshua und Bobby Nath begründen das neue Logo im Google Blog damit, dass sich die Zeiten geändert haben und Google-Dienste längst nicht mehr nur am Desktop-PC, sondern auch auf anderen – vor allem mobilen Geräten genutzt werden. Aus Angst, die dünne Serifenschrift des Logos könne auf den Displays der verschiedenen Endgeräte verpixelt oder schlecht erkennbar sein, ist bezogen auf so manches ältere Exemplar vielleicht berechtigt, doch in den letzten 5 Jahren hat sich die Qualität der Auflösung bei Tablets und Smarphones schon sehr verbessert. Und wenn es ausschließlich danach gehen würde, dann müssten jetzt ja wirklich ALLE ihr Logo erneuern. Ob die Digitalisierung und die Smartphone-Ära nun der einzige Grund für das neue Design sind, ist fraglich – aber für Tamar und Bobby spielte es offensichtlich eine Rolle. Wir halten also fest: serifenlos und geometrisch ist heutzutage zwar kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern eher Mainstream – aber professionell designt ist das neue Google Logo auf jeden Fall.

Wer seine digitalen und überhaupt crossmedialen Kompetenzen so langsam doch mal nach außen hin präsentieren und auf den Displays aller Endgeräte hervorstechen möchte, der kann uns ja fragen. Schließlich haben wir uns creative and digital marketing auf die Fahne geschrieben.

P.S. wir heißen jetzt auch nicht mehr „torpedo leipzig“ - sondern torpedo – Creative & Digital Marketing. Es muss also was dran sein.